"Alle sollen eins sein" lautet das offizielle Motto der Visite von Leo XIV. in dem afrikanischen Land, das auch von politischen Turbulenzen, ethnischen Spaltungen und Gewalt gezeichnet ist
Rom/Yaoundé , 23.03.2026 (KAP) Die katholischen Bischöfe in Kamerun erhoffen sich vom kommenden Papstbesuch positive Auswirkungen für mehr Einheit im Land. "Alle sollen eins sein" lautet das Motto der Visite vom 15. bis 18. April. "Wir haben dieses Thema vor dem Hintergrund dessen ausgewählt, was bei uns im Land passiert: politische Turbulenzen, ethnische Spaltungen, die Verbreitung von Hassrede und die Gewalt in einigen Teilen unseres Landes", sagte der Bischofskonferenz-Vorsitzende Andrew Fuanya Nkea laut Vatican News am Sonntag vor Journalisten.
Die Einheit, von der das Motto der Papstreise spreche, sei allerdings nicht nur politisch gemeint, sondern ziele generell auf den Umgang der Menschen untereinander und den vorherrschenden Ton in der Gesellschaft, so der Erzbischof von Bamenda im Nordwesten des Landes.
"Einige Herzen haben sich in den letzten zehn Jahren verhärtet", sagte Nkea mit Blick auf seine Erzdiözese Bamenda. "Die Reise wird einen Eindruck hinterlassen und einige Herzen weicher machen." Bamenda ist die wichtigste Stadt für die englischsprachige Minderheit in Kamerun. Von hier gehen immer wieder Konflikte mit der französischsprachigen Bevölkerungsmehrheit des Landes aus.
Der Papstbesuch in Kamerun ist Teil einer elftägigen Afrika-Reise, die das Kirchenoberhaupt ab 13. April auch nach Algerien, Angola und Äquatorialguinea führen wird. In Kamerun sind Stationen in der Hauptstadt Yaoundé und den Städten Bamenda und Douala vorgesehen.
Der Besuch von Leo XIV. ist der vierte eines Papstes seit Kameruns Unabhängigkeit von Frankreich im Jahr 1960. Zuletzt war Benedikt XVI. 2009 zu Gast. Sein Vorgänger Johannes Paul II. hatte Kamerun 1985 und 1995 besucht. In Kamerun leben gut 30 Millionen Menschen. Gut jeder dritte Einwohner ist Katholik.
Leo XIV. besucht vom 13. bis 23. April Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea - Schwerpunkte Augustinus, Religionsdialog, Friedensprozess, Stärkung der Seelsorge und Gedenken an Beginn der Christianisierung
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