Hilfswerk ICO: Nothilfe für Kriegsopfer voll im Laufen - Unübersichtliche Situation für Geflüchtete und Helfer gefährlich - Auch antiochenisch-orthodoxe Kirche in Deutschland und Österreich sammelt für den Libanon
Linz/Wien, 24.03.2026 (KAP) Das Linzer Hilfswerk Initiative Christlicher Orient (ICO) bittet angesichts der dramatischen Lage im Libanon dringend um weitere Spenden. Inzwischen mussten vor den Kämpfen zwischen israelischem Militär und Hisbollah mehr als eine Million Menschen aus dem Südlibanon fliehen. Auch hauptsächlich schiitische Bezirke von Beirut werden von Israel ständig bombardiert. Inmitten des Krieges laufe die ICO-Nothilfe für Opfer ungebrochen weiter, so ICO-Projektreferent Stefan Maier gegenüber Kathpress. Die Lage sei sehr angespannt, auch die Helfer würden sich in Gefahr begeben, berichtete Maier: Wenn sich unter die muslimisch-schiitischen Flüchtlinge verdeckt Hisbollah-Leute mischen, würden diese Gruppen auch zu Zielen des israelischen Militärs. - Mit verheerenden Folgen.
Wie die Hilfe der ICO konkret aussieht, schilderte Maier an einem aktuellen Fall: "Vor zwei Tagen sind drei christliche Großfamilien mit insgesamt etwa 40 Personen aus der südlibanesischen Stadt Tyrus in der Ortschaft Faraya hoch oben im Libanongebirge angekommen. Sie haben zwei Zimmer angemietet, wo jetzt 40 Personen dicht zusammengedrängt ausharren." Über die ICO-Projektpartner vor Ort habe man diese Menschen sehr rasch mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln und Reinigungsmaterial versorgen können.
Ein wichtiger Partner der ICO vor Ort ist der Orden der Barmherzigen Schwestern in Ajaltoun. Diese betreiben ein Schulzentrum mit Internat und verfügen über eine Großküche, über die nun schon seit Wochen hunderte Vertriebene mitversorgt werden. Die Geflüchteten sind zum Teil im Umfeld der Schule in Privatquartieren untergekommen, der Großteil lebt in zwei Massenquartieren in Jounieh und Harissa. In einem der beiden Quartiere seien ausschließlich Christen untergebracht, im zweiten sowohl Christen als auch Muslime, so Maier. Unterstützt würden die Vertriebenen mit warmen Mahlzeiten, Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Medikamenten, Gas zum Kochen, Bekleidung und auch Heizöl, um die Notunterkünfte warm halten zu können. Die Versorgung eines weiteren großen Notquartiers werde derzeit vorbereitet.
Ein weiterer dringender Hilferuf kam dieser Tage vom orthodoxen Metropolit Isaak (Barakat) vom Patriarchat von Antiochien. Der Metropolit ist für die antiochenisch-orthodoxen Christen in Deutschland und Österreich zuständig. Er ist auch Mitglied der Orthodoxen Bischofskonferenz in Österreich.
Unter den Geflüchteten im Libanon würden sich auch viele orthodoxe Christen befinden, so der Metropolit. Die schlimmsten Berichte kämen aus dem Südwesten des Landes. Zugleich sei die libanesische Bevölkerung erschöpft, die Solidarität im Land lasse nach. Die Zahl der Aufnahmezentren sei zuletzt gesunken, die wirtschaftliche Not, die alle Libanesen trifft, und Sicherheitsbedenken würden die Hilfsbereitschaft verringern. Dennoch bemühten sich einige orthodoxe Gemeinden weiterhin um Unterstützung, etwa durch das Sammeln von Kleidung und Lebensmitteln, die Bereitstellung grundlegender Hilfsgüter sowie die Bereitstellung von Gemeinderäumen für die Verteilung von Spenden.
Das Hilfswerk der Antiochenisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland und Mitteleuropa bittet um Spenden, die direkt den betroffenen Gemeinden im Libanon zugutekommen. (Antiochenisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland und Mitteleuropa, IBAN: DE38370501981900094804, BIC: COLSDE33XXX, Verwendungszweck: Spendenbeitrag Libanon)
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