Archäologiepark-Direktor Zuchtriegel: "Pompeji hat eine lange, spannende Geschichte rund um Spiritualität, Kirche und Glaube"
Pompeji, 24.03.2026 (KAP) Erstmals werden die Funde der Opfer der Vulkankatastrophe von Pompeji im Jahr 79 n. Chr. systematisch präsentiert. In der neuen Ausstellung im berühmten Archäologiepark nahe dem süditalienischen Neapel sind 22 Abgüsse von Menschen zu sehen, die beim Ausbruch des Vesuvs getötet wurden. Ebenso werden organische Funde wie Pflanzen und Tierreste sowie Fresken und Gebrauchsgegenstände des einst florierenden Ortes gezeigt.
Viele der Objekte werden erstmals der Öffentlichkeit präsentiert, viele an ihrem Fundort. Die neue Dauerausstellung in der eigens restaurierten Palestra Grande, der ehemaligen Turnhalle der römischen Stadt, bietet multimedial aufbereitete Informationen mit 3D-Modellen und Videostationen zu aktuellen Forschungen. Die Ausstellung soll wissenschaftlich interessierte Menschen ebenso wie Kinder erreichen. Für Sehbehinderte gibt es Tastmodelle. Eine rund vier Meter hohe Säule zeigt die verschiedenen Asche- und Gesteinsschichten, in denen die Menschen innerhalb weniger Stunden umkamen.
Jährlich vier Millionen Besucher
Man dürfe nicht vergessen, dass es sich hier um Menschen handele, deren Würde auch heute zu beachten sei, erklärte der Direktor des Archäologieparks Pompeji, Gabriel Zuchtriegel. "Zugleich ist diese schreckliche Tragödie der Grund, warum wir so viel wissen über Pompeiji und die römische Welt allgemein", so der deutsch-italienische Archäologe, der die Ausgrabungen seit fünf Jahren leitet.
Die erhaltenen Amphitheater und Paläste, Bürgerhäuser und schlichten Behausungen von Pompeji ziehen seit dem 19. Jahrhundert Menschen aus aller Welt an; heute sind es rund vier Millionen pro Jahr.
Am 8. Mai, dem Festtag der Madonna von Pompeji, wird Papst Leo XIV. das dortige Marien-Heiligtum besuchen. Ob er auch im rund zwei Kilometer entfernten Archäologiepark vorbeikommt, ist noch offen. "Pompeji hat eine lange, spannende Geschichte rund um Spiritualität, Kirche und Glaube", so Direktor Zuchtriegel.