St. Pölten: Kiewer Bischof dankt persönlich für Hilfe aus NÖ
24.03.202613:05
Österreich/Ukraine/Kirche/Krieg/Soziales
Griechisch-katholischer Weihbischof Milyan berichtet bei Besuch in St. Pölten über kirchliche Hilfsmaßnahmen, die auch Dank Spenden aus der Diözese St. Pölten finanziert werden konnten - Weitere Hilfe für traumatisierte Kinder und Jugendliche nötig
St. Pölten, 24.03.2026 (KAP) Der Kiewer griechisch-katholische Weihbischof Josyf Milyan hat dieser Tage St. Pölten besucht. Im Gepäck hatte er laut einem Bericht der Diözese St. Pölten den Dank der Menschen in der Ukraine für die bisher erhaltene Hilfe sowie die Bitte um weitere Unterstützung. Im Gespräch mit Generalvikar Christoph Weiss schilderte der Weihbischof die Not der Menschen, die im vierten Kriegswinter ein noch nie dagewesenes Ausmaß angenommen hatte.
Die Kirche stehe an der Seite der leidenden Bevölkerung und unterstütze die Menschen unabhängig von ihrer Konfession, so der Weihbischof. Die Erzdiözese Kiew versorgt etwa Bedürftige mit warmen Mahlzeiten, verteilt Stromgeneratoren und bietet seelsorgliche Begleitung durch psychologisch geschulte Priester an. Geleitet wird die Erzdiözese von Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk, der zugleich Oberhaupt der gesamten Ukrainischen Griechisch-katholischen Kirche ist. Weihbischof Milyan gehört zu seinen engsten Mitarbeitern.
Wegen der schweren Zerstörungen der Energieinfrastruktur hatte sich die Erzdiözese Kiew an die Diözese St. Pölten um Hilfe gewandt. Dank der Spenden aus der laufenden Osthilfesammlung konnte diese Hilfe auch gewährt werden, wie es hieß. Die Kirche bemühte sich um die Einrichtung von energieunabhängigen Zufluchtsorten in 15 Pfarren der Erzdiözese Kiew. Diese bieten bei Stromausfällen Wärme, Verpflegung, Waschmöglichkeiten, Lademöglichkeiten fürs Handy sowie Internetzugang. Geschulte Mitarbeitende, darunter auch Geistliche, böten zudem seelsorglichen und psychologischen Beistand.
Pfarren bieten Zuflucht und Hilfe
Ein besonderes kirchliches Anliegen sei auch die Begleitung von Menschen mit traumatischen Erfahrungen, erläuterte der Weihbischof. Viele Priester würden daher in psychologischer Betreuung geschult, um Betroffenen helfen zu können.
Ein weiteres Aufgabenfeld: Vor allem Kinder und Jugendliche leiden unter den Folgen des Krieges. Angst, Stress und Überforderung würden ihren Alltag prägen. Die Erzdiözese Kiew reagiere darauf mit vielfältigen Angeboten in den Pfarren: Jugendtreffen, Gebetsgruppen, Ferienlager, kreative Workshops und soziale Initiativen würden Räume der Erholung und Stabilisierung schaffen. Qualifiziertes Personal begleite die Kinder und Jugendlichen dabei. Die Nachfrage nach diesen Angeboten wachse stetig, so Weihbischof Milyan. Gerade für diese pastoralen und psychosozialen Projekte bat Milyan um weitere Unterstützung aus St. Pölten.
Abschließend zeigte sich der Weihbischof überzeugt, dass Gott die Ukraine nicht aus dem totalitären Sowjetsystem geführt habe, um sie nun der Zerstörung preiszugeben.
(Spendenkonto: Caritas der Diözese St. Pölten, IBAN: AT28 3258 5000 0007 6000, BIC: RLNWATWWOBG, Verwendungszweck: 6KPfX Osthilfe Einzelspende 2026)