Eisenstadt: Neuer Podcast startet mit Fastensuppe und Eierlaibchen
26.03.202613:16
Österreich/Kirche/Ostern/Essen und Trinken/Brauchtum/Medien
Nachhaltiges Kochen, Glaubensdialog und Austausch mit Pfarrer Norbert Filipitsch im Format "Das tägliche Brot"
Eisenstadt, 26.03.2026 (KAP) Die Diözese Eisenstadt hat in der Fastenzeit einen neuen Podcast gestartet: Gastgeber des Formats "Das tägliche Brot" ist der als Feinschmecker bekannte Pfarrer Norbert Filipitsch. Vorerst einmal monatlich will er in der Küche im Bischofshaus kochend mit Menschen in der Diözese ins Gespräch kommen. In der Premierenfolge kredenzten Filipitsch und die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung der Diözese Eisenstadt, Roselinde Strommer, eine Apfel-Rotkraut-Suppe. Für die Osterfolge (1. April) stehen Eierlaibchen mit Blattsalat am Menü. Bei der gemeinsamen Zubereitung sprechen Filipitsch und Schwester Pia Pilic, Leiterin des bischöflichen Haushalts, über die Bedeutung von Ostern und wie im Heimatland der Hausoberin, in in Bosnien und Herzegowina, das Auferstehungsfest gefeiert wird.
Das Konzept des Formats ist einfach: Nachhaltige Küche, Glaubensdialog und Austausch bilden das Programm des Podcasts, der auch im Videoformat auf dem YouTube-Kanal der Diözese abrufbar ist. "Kochen bringt die Leute zusammen und stiftet Gemeinschaft", so Filipitsch, der seit vergangenem Jahr auch Koordinator der Steuerungsgruppe für Synodalität ist, im Interview mit Kathpress. Bei seinen Rezepten legt der Pfarrer, der auch Küchenchefs in Sachen Resteverwertung berät, auf drei Dinge Wert: Nachhaltigkeit, Regionalität und Saisonalität. So zeigt er in der Osterfolge, wie man ein Zuviel an hart gekochten Eiern verarbeitet, wenn man "den Eieraufstrich nicht mehr sehen kann" und serviert Eierlaibchen mit Osterschinken und Kräuterdip. Neben dem Kochen wird auch Glaubenswissen vermittelt.
"Hobby: Auferstehung"
"Ostern ist für mich das zentrale Herzstück des Glaubens. Wir feiern das Kernstück unseres Glaubens, die Fastentage sind die großen Jahresexerzitien für uns Christen", erklärte Filipitsch. Nicht nur in der Osterfolge hat das Osterei für den Jugendseelsorger der Diözese Eisenstadt besondere Bedeutung, so wie auch die Frage "Was war zuerst da: Das Küken oder das Ei?". Wie in einem Samenkorn stecke in so einem Ei eine unheimliche Sprengkraft: "Die Schale wird vom Küken zerbrochen, wie auch der Stein vor dem Grab Jesu gesprengt wird. Es geht nicht nur um die Auferstehung Jesu, sondern die Befreiung zum Leben", so Filipitsch.
In seiner "James-Bond-Predigt" habe er das so zum Ausdruck gebracht: "Im Film Skyfall fragt der Gauner James Bond nach seinem Hobby. Dieser antwortet: 'Mein Hobby ist Auferstehung.' Ich finde, das sollte auch das Hobby der Christen sein. Dazu gehört ein Eintreten für dieses Leben, Genießen, Gebet und der Kampf für die Würde des Menschen und damit meine ich nicht Krieg, sondern ein Auftreten gegen den Krieg."
Auch die kommenden Folgen haben thematische Schwerpunkte. Zum Muttertag kocht der Jugendseelsorger der Diözese Eisenstadt mit der Stabsstellenleiterin für Prävention von Missbrauch und Gewalt, Rebecca Gerdenitsch-Schwarz. Im Juni bereitet Filipitsch ein Fischgericht mit einem Schüler zum Internationalen Kindertag (1. Juni) vor, im Juli kocht er mit dem Ordinariatskanzler Gerhard Grosinger, und im August bittet er Superintendentialkuratorin Christa Grabenhofer in die Küche des Bischofshauses und im September Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner. "Ich möchte unterschiedliche Menschen vor den Vorhang holen, nicht nur intern in der Diözese sozusagen im eigenen Saft braten, Namen ein Gesicht geben, ihnen eine Bühne bieten, damit sie ihr Anliegen sichtbar machen können und im besten Fall gibt das den Zuhörenden den 'Kick' zu sagen, da möchte ich auch mitmachen."
Fastensuppe mit "Glütschi"
Zur Einstimmung gab es in der ersten Podcastfolge violettfarbene Fastensuppe aus Rotkrautresten: "Lila ist die Farbe der Buße und der Fastenzeit. Das hat gut gepasst. Einem Rapidler hätte ich eine Bärlauchcremesuppe als Fastensuppe empfohlen", scherzte Filipitsch im Kathpress-Interview. Verfeinert wurde die Suppe mit "Glütschi" (Glühweinschaum) und Portwein. "Der Alkohol verkocht sich und außer an Aschermittwoch und Karfreitag, wo absolutes Alkoholverbot herrscht, steht nirgendwo geschrieben, dass in der Fastenzeit auf Alkohol verzichtet werden muss", so Filipitsch, der ein bisschen Schlemmen an den von der Fastenzeit ausgenommenen Sonntagen für erlaubt hält. "Jesus hat gesagt, das Erste ist, Almosen zu geben, das Zweite ist Beten und das Dritte erst das Fasten." Darum sei auch den Kindern die Schoki in der Fastenzeit erlaubt.
Zugleich wurde in der Prämierenfolge das heurige Schwerpunktprojekt der "Aktion Familienfasttag" der Katholischen Frauenbewegung vorgestellt: Gesammelt wird heuer für das Projekt "SEEDS (Socio Economic and Education Development Society)" in Indien. Seit 1995 setzt sich die Organisation für indigene Frauen (Adivasi) im ostindischen Bundesstaat Jharkhand und deren Rechte ein. Ziel ist es, Frauen dabei zu unterstützen, ihre Rechte zu kennen, einzufordern und aktiv an gesellschaftlichen Entscheidungen teilzuhaben.
Kochreise
Eine Kochshow ist für Filipitsch nicht neu. Einem ähnlichen Konzept folgte das Missio-YouTube Format "Kochen mit Norbert", das in der Corona-Pandemie ins Leben gerufen wurde, "um den Menschen nah zu sein". Filipitsch, seit 14 Jahren Diözesandirektor der Päpstlichen Missionswerke, präsentierte dort "Highlights in Kirche und Küche", wie er sagte - Grünkernrisotto in der Fastenzeit, Lungenbraten im Gugelhupf als Weihnachtsgeschenk versteckt. Derzeit besteht die Überlegung, aus den präsentierten Rezepten ein Kochbuch zu machen. Außerdem soll es weiterhin eine Folge pro Jahr geben, bei der ein Missio-Projektpartner vorgestellt wird. "Wir kochen dabei Gerichte aus dem Beispielland mit einem Gast aus dem Beispielland", so Filipitsch, der schon mit Menschen aus aller Welt gekocht hat.
Die Kochreise geht für den Pfarrer, der von Restaurants schon als Koch abgeworben werden wollte, jedenfalls weiter. Begonnen hat sie bereits in Kindheitstagen. Gelernt hat er das Handwerk beim Zuschauen, wenn Mama und Oma gekocht haben. "Vielleicht hinkt der Vergleich. Aber eine jede Hausfrau macht, was ein Pfarrer während der Messe macht: Sie lässt es zu, dass der Heilige Geist die Gaben verwandelt und gibt ein besonderes Gewürz hinzu - nicht Safran, nicht Pfeffer oder Salz, sondern Liebe."
Am Muttertag, als alle Mütter der großen Familie samt Anhang geladen waren, hatte er mit 13 Jahren seinen ersten großen Einsatz, denn seine Mutter hatte sich am Tag zuvor den Arm gebrochen. "Ich kann mich gut erinnern. Es war ein Zwiebelrostbraten, und sie ist hinter mir gestanden und hat mir Anweisungen gegeben. Ich hab' ihr gesagt: 'Mama, diese Küche ist zu klein für uns zwei'", erzählte Filipitsch, der als Priesterseminarist auch kurzerhand für den Seminarkoch einsprang, nachdem dieser gekündigt hatte und unter anderem mit seinen Mitbrüdern Grießnockerlsuppe für 150 Leute beim Elternbesuchswochenende kochte.
Eierlaibchen mit Blattsalat
Kathpress hat er bereits ein Osterrezept für Eierlaibchen mit Blattsalat verraten: Für die Zutaten braucht es: 1 Schalotte, 1 Karotte, 1 Zucchini (klein), Schinkenreste, 200 g Semmelwürfel, 30 ml Milch, 50 g Semmelbrösel, 6 Eier (hart gekocht), 1 TL Senf, 1 Bd. Petersilie, Salz, Pfeffer, Öl. Für die Beilage wird benötigt: Blattsalate, evtl. Cocktail-Paradeiser, Öl, Essig, Salz, Pfeffer. Für den Knoblauch-Dip wird gebraucht: 1 Becher Joghurt, 1 EL Frischkäse, 4 Zehen Knoblauch, 1 Bd. Schnittlauch, Salz, Pfeffer.
Zur Zubereitung: Schalotte würfelig schneiden, Karotte und Zucchini raspeln, Osterschinken und Eier klein würfeln. Semmelwürfel (evtl. anrösten) mit Milch, Gemüse, Schinken, Eiern, Senf und Petersilie vermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. 20 Minuten rasten lassen und nochmals gut durchrühren.
In der Zwischenzeit Salat, Marinade und Knoblauch-Dip vorbereiten. In einer Pfanne Öl erhitzen. Mit den Händen Laibchen formen, kurz in Bröseln wenden und auf jeder Seite anbraten. Anrichten und genießen.