Monacos Erzbischof vor Papstbesuch: Hinter Glamour viel Armut
26.03.202607:31
Monaco/Vatikan/Papst/Kirche/Diplomatie/Soziales
Am Samstag wird Leo XIV. als erster Papst überhaupt das Fürstentum Monaco besuchen
Vatikanstadt/Monaco, 26.03.2026 (KAP) Vor dem Papstbesuch am Samstag in Monaco wendet sich dessen Erzbischof Dominique-Marie David gegen Klischees über den zweitkleinsten Staat der Welt. So gebe es in dem Fürstentum vielfältige Formen von Armut, sagte er in einem Interview mit Vatikan-Medien. Er selbst habe erst in den vergangenen Jahren begonnen, die Realität Monacos jenseits der Stereotype und medialen Bilder zu verstehen.
"Zuallererst gibt es materielle Armut, die manchmal sehr versteckt und schwer zu erkennen ist", so der seit sechs Jahren amtierende Erzbischof. Viele Menschen, die im Fürstentum arbeiteten und für dessen Wohlstand sorgten, lebten rund um den zweitkleinsten Staat der Welt. Manchmal gerieten sie insbesondere beim Thema Wohnraum und Lebenshaltungskosten in Schwierigkeiten.
Einsamkeit und Sinnlosigkeit
Neben diesen materiellen Problemen gebe es auch andere Formen der Armut: Einsamkeit und Sinnlosigkeit. "Wenn man ein gewisses Maß an Wohlbefinden genießt und keine größeren materiellen Sorgen hat, stellen sich andere Fragen: Welchen Sinn soll man seinem Leben geben? Es ist nicht ungewöhnlich, Menschen zu begegnen, die unter Einsamkeit leiden", berichtete David.
Auch seien Probleme bei der Kindererziehung sowie Trennungen und "Familiendramen" verbreitet. Dies sei umso erschütternder, als das Leben zumindest oberflächlich betrachtet einfacher erscheine. Die Kirche müsse diese verborgenen Formen der Armut im Blick behalten, für Solidarität sorgen und "Situationen der Zerbrechlichkeit" erkennen, betonte der Erzbischof.
Papst wird praktisch zur ganzen Welt sprechen
Weiter verwies David darauf, dass auf nur zwei Quadratkilometern fast 150 Nationalitäten leben. "Oft wird das Fürstentum etwas verzerrt dargestellt, lediglich als Luxusstadt", so der Geistliche. "In Wirklichkeit speist sich sein Reichtum aus der großen Vielfalt der Herkunft und der sozialen Durchmischung."
Damit werde Papst Leo XIV. bei seinem Besuch praktisch zur ganzen Welt sprechen. "Seine Mission ist es, das Evangelium zu verkünden, den Glauben zu stärken und eine Botschaft des Friedens und der Menschenwürde zu verbreiten", sagte David. "Daher ist es wahrscheinlich, dass die Wirkung eines solchen Besuchs über die Grenzen unseres kleinen Staates hinausreicht."
Als erster Papst wird Leo XIV. am Samstag (28. März) Monaco für rund neun Stunden besuchen. Im Fürstentum am Mittelmeer ist der Katholizismus Staatsreligion.
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