Wiener Erzbischof zum Karfreitag: Kreuz erinnert an Leid, Unrecht und Tod als ständige Realität in der Welt, ist zugleich aber auch Zeichen dafür, dass nicht das Böse, sondern Gott das letzte Wort hat
Wien, 03.04.2026 (KAP) Das Kreuz Jesu Christi war nicht nur ein paar Stunden auf dem Hügel Golgotha aufgerichtet, sondern "es ist immer Gegenwart". Das betont der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl in Karfreitagsgedanken, die u.a. auf der Website der Katholischen Kirche in Österreich und des Ökumenischen Rates (www.katholisch.at/ostern bzw. www.oekumene.at) zu hören sind. Leid, Unrecht und Tod seien eine ständige Realität in der Welt, so der Erzbischof. Doch das Kreuz Jesu sei nicht nur Zeichen des Todes, sondern auch ein Hoffnungszeichen. Am Karfreitag werde deutlich: "Gott hat seinen Sohn nicht im Stich gelassen, er hat ihn begleitet."
Und das sei für ihn die eigentliche Botschaft des Karfreitags, so Grünwidl: "Gott ist da und gibt Kraft. Nicht der Tod, nicht der Hass und nicht das Böse haben das letzte Wort, sondern Gott hat das letzte Wort."
Durch Leid und Tod zu neuem Leben
Mit ähnlichen Worten äußert sich auch in weiteren Gedanken die evangelische Bischöfin Cornelia Richter: Der Karfreitag sei nicht irgendein Feiertag, der Karfreitag sei ein Tag, "wo wir die Trauer gemeinsam teilen, der Trauer gemeinsam Raum geben, und zwar einer Trauer, die gespeist ist aus der Geschichte Jesu Christi". - Mit dem Kreuzestod Jesu hätte die Geschichte auch aus sein können "und der Tod wäre für immer der Tod", so die Bischöfin: "Aber die Geschichte ist weitergegangen." Und deshalb liege die Bedeutung des Karfreitags letztlich darin, "dass man durch Leid und Tod hindurch neues Leben sehen kann".
"Gott ist uns ganz nah"
Der Wiener evangelische Superintendent Matthias Geist nimmt in seinen Gedanken u.a. jene Menschen in den Blick, die unter Krieg, Gewalt und Folter leiden, ebenso jene, die um einen lieben Menschen trauern. Die Botschaft des Karfreitags besage, dass Gott niemanden allein lässt. Gott habe in Jesus alle Facetten des Lebens bis zum Tod am Kreuz selbst erlebt und so sei er auch allen Menschen nah.