Leo XIV. macht von 21. bis 23. April Halt in den Städten Malabo, Mongomo und Bata
Rom/Ciudad de la Paz, 08.04.2026 (KAP) Als "Bote des Friedens" und als Schöpfer "größerer Einheit in der Kirche und in der Gesellschaft" wird Papst Leo XIV. in Äquatorialguinea erwartet. Die Vorfreude der Bevölkerung sei groß, erklärte der Bischof von Mongomo, Juan Domingo Beka Esono Ayang, im Vorfeld des Besuchs. Vom 21. bis zum 23. April macht der Papst Halt in den Städten Malabo, Mongomo und Bata. Es ist die letzte Station einer elftägigen Afrikareise, die den Papst auch nach Algerien, Kamerun und Angola führt.
Das Land in Zentralafrika grenzt im Norden an Kamerun, im Osten und Süden an Gabun. Das Festland trägt den Namen Mbini; zum Staatsgebiet gehören außerdem fünf bewohnte Inseln. Anfang des Jahres wurde der Ort Ciudad de la Paz - Stadt des Friedens - auf dem Festland zur Hauptstadt gemacht. Damit löst er die auf der Insel Bioko gelegene Stadt Malabo als politisches Zentrum ab.
Einziges spanischsprachiges Land Afrikas
Äquatorialguinea ist das einzige Land Afrikas, das spanischsprachig ist. Doch nicht nur die einstige Kolonialmacht Spanien, die den Staat am 12. Oktober 1968 schließlich in die Unabhängigkeit entließ, hatte Interesse an dem Staatsgebiet. Mehrere andere Länder meldeten ab dem Beginn des 16. Jahrhunderts Ansprüche an, etwa Portugal und Großbritannien. Im Zuge der Entkolonialisierung äußerten auch Nachbarstaaten wie Gabun und sogar Nigeria Begehrlichkeiten.
Heute leben knapp 1,9 Millionen Menschen in Äquatorialguinea und überwiegend auf dem Festland. Gut vier von fünf Personen gehören der Ethnie Fang an. Ähnlich homogen ist die Religionszugehörigkeit. Die große Mehrheit ist römisch-katholisch. Teilweise werden weiterhin traditionelle Religionen ausgeübt.
Als bislang einziger Papst hatte Johannes Paul II. im 1982 Äquatorialguinea besucht. Die nunmehrige Reise von Leo XIV. fällt zusammen mit dem 170-Jahr-Jubiläum der Ankunft der ersten christlichen Missionare im Land. In allen fünf Diözesen des Landes haben sich die Gläubigen mit Gebeten, Novenen und Glaubensunterweisungen auf die Ankunft Leos XIV. vorbereitet. Inhaltliche Schwerpunkte der Reise seien in Malabo die Bildung, in der Basilika von Mongomo die Glaubensverkündigung sowie in Bata die Jugend und Familien als tragende Säulen von Kirche und Gesellschaft, berichtete Bischof Beka.
Politische Macht als Familienbusiness
Durch die Entdeckung von Öl entwickelte sich Äquatorialguinea vor drei Jahrzehnten zu einem Land mit höherem mittlerem Einkommen, schreibt die Weltbank. Auch zähle es mit einem täglichen Pro-Kopf-Verbrauch von 9,4 US-Dollar zu den zehn Ländern mit dem höchsten Pro-Kopf-Verbrauch in Subsahara-Afrika. Im afrikanischen Vergleich ist die Alphabetisierungsrate ebenfalls hoch und liegt bei etwa 90 Prozent.
Doch davon profitiert die Bevölkerung nicht: Die Hälfte lebt unterhalb der nationalen Armutsgrenze; laut Weltbank könnten zwei Drittel der Einwohner in naher Zukunft in Armut abrutschen. Den Nutzen zieht eine kleine Gruppe, die seit Jahrzehnten an der Macht ist. Im Mittelpunkt steht der diktatorisch regierende Teodoro Obiang Nguema Mbasogo, der 1979 nach einem Putsch Staatsoberhaupt wurde - nachdem er seinen Onkel gestürzt hatte.
Weder Meinungsfreiheit noch Korruptionsbekämpfung
Zahlreiche Nichtregierungsorganisationen bestätigen dem kleinen Herrscherzirkel seitdem: Korruption wird nicht bekämpft, und das Land liegt im Korruptionsranking von Transparency International auf Platz 172 von 182. Freedom House stuft es mit Blick auf politische Rechte und bürgerlicher Freiheiten als nicht-frei ein. Laut Amnesty International schränkt ein neues Gesetz zur Bekämpfung von Cyberkriminalität freie Meinungsäußerung weiter ein.
Von den Einschränkungen betroffen sind immer wieder auch Kirchen. Laut Encylopedia Britannica wurden 1975 die meisten Kirchen per Präsidialerlass geschlossen; die römisch-katholische Kirche war von 1978 bis 1979 verboten. Kleinere Kirchen sind heute verpflichtet, sich zu registrieren.
(Kathpress-Schwerpunkt mit allen Meldungen und Hintergrundberichten zur Afrika-Reise von Papst Leo abrufbar unter www.kathpress.at/papst-in-afrika)