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Bärnbacher Karmelitinnenkloster feiert 50-jähriges Bestehen

14.09.2026 10:45
(zuletzt bearbeitet am 14.09.2026 um 10:50 Uhr)
Österreich/Kirche/Glaube/Orden
Grazer Weihbischof Freitag über Wert von Stille, Gebet und dem "kleinen Weg" der heiligen Thérèse von Lisieux in einer Zeit zunehmender Rastlosigkeit
Graz, 14.09.2026 (KAP) Während der Alltag vieler Menschen von Leistung, Terminen, Erfolg und zunehmender Rastlosigkeit geprägt ist, setzt das kontemplative Leben der Karmelitinnen auf Gebet, Stille und die Beziehung zu Gott. Was ein Leben in Stille und Klausur jenseits dessen bedeutet, was das moderne Leben im Allgemeinen ausmacht, hat Weihbischof Johannes bei der Feier zum 50-jährigen Bestehen des Heilig-Kreuz-Karmel im steirischen Bärnbach am Samstag in den Mittelpunkt seiner Predigt gestellt. Die Antwort liege dabei nicht zuerst im Verzicht, betonte Freitag, "sondern in dem, was sie gefunden haben".

Freitag erinnerte an den sogenannten "kleinen Weg" der heiligen Thérèse von Lisieux (1873-1897). Die französische Karmelitin, die bereits mit 15 Jahren in den Karmel von Lisieux eintrat und mit 24 Jahren starb, habe Heiligkeit nicht in außergewöhnlichen Leistungen gesucht, sondern darin, die kleinen Dinge des Alltags aus Liebe zu tun. "Sie hat keine großen Werke vollbracht, keine Länder bereist und keine berühmten Predigten gehalten. Thérèse erkannte, dass Heiligkeit nicht darin besteht, Außergewöhnliches zu leisten, sondern das Gewöhnliche aus Liebe zu tun", so Freitag.

Ihre Botschaft sei darum befreiend und reiche weit über die Mauern des Klosters hinaus: Es gehe nicht um "Erfolg", sondern darum, "die Liebe im eigenen Leben und dem Leben anderer sichtbar zu machen". Gerade in einer Welt, "die oft Größe, Erfolg und Sichtbarkeit bewundert", erinnere Thérèse daran, "dass Gott vor allem auf das Herz schaut. Unser Weg liegt darin, dass wir von Gott geliebt sind."

Der Heilig-Kreuz-Karmel in Bärnbach wurde 1975 vom Karmel in Mariazell gegründet. Vorausgegangen war die Initiative des damaligen Bärnbacher Pfarrers Friedrich Zeck, der sich seit 1972 um die Ansiedlung einer Karmelgemeinschaft bemühte und dabei von Diözesanbischof Johann Weber unterstützt wurde. Nach rund 18 Monaten Bauzeit wurde der neue Karmel am 12. September 1976 eingeweiht. Heute leben sechs Schwestern in der kontemplativen Gemeinschaft. Im Laufe der Jahre wurde der Karmel auch zu einem Ort, an den Menschen mit ihren Anliegen kommen und Möglichkeiten zu Stille und Einkehr suchen.
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