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Unterricht an der katholischen Schule in Gaza
Palästina
Bild Copyright: © Kirche in Not / Gabriel Romanelli

Gaza-Pfarrer: Wiederaufnahme von Schulbetrieb gibt Hoffnung

17.09.2026 12:38
Palästina/Israel/Krieg/Kirche/Schule/Hilfsorganisation
Katholische Schule "Heilige Familie" in Gaza-Stadt wieder geöffnet und bietet künftig auch psychosoziale Betreuung
Wien/Gaza-Stadt, 17.09.2026 (KAP) Nach fast drei Jahren Krieg hat die katholische Schule "Heilige Familie" in Gaza-Stadt, die einzige christliche Bildungseinrichtung im Gazastreifen, ihren Schulbetrieb wieder aufgenommen. Etwa 1.000 Schülerinnen und Schüler erhalten damit wieder Unterricht, teilte das päpstliche Hilfswerk "Kirche in Not" in Wien (Donnerstag) mit.

Für den Pfarrer der katholischen Pfarre in Gaza, Gabriel Romanelli, ist die Wiederaufnahme des Schulbetriebs ein wichtiges Hoffnungszeichen. "Für mich ist die Schule ein Licht in der Dunkelheit", erklärte Romanelli. "Wenn die Menschen die Kinder und Jugendlichen zur Schule kommen sehen, zeigt ihnen das, dass es eine Zukunft gibt."

Vor Beginn des Kriegs im Jahr 2023 gab es im Gazastreifen fünf christliche Schulen: drei in katholischer, eine in orthodoxer und eine in evangelischer Trägerschaft. Aktuell besuchen rund 130 christliche Schüler verschiedener Konfessionen die katholische Schule, die auch Kindern aus muslimischen Familien offensteht. Noch bis vor wenigen Monaten hatten mehr als 450 Binnenvertriebene in dem Schulgebäude Schutz gesucht.

Die Verantwortlichen hätten große Anstrengungen unternommen, um den Kindern eine sichere und saubere Umgebung zu bieten, so Romanelli. "Für die Schüler und ihre Familien wird die Wiedereröffnung der Schule ein Stück Normalität zurückbringen", sagte der Priester laut "Kirche in Not"-Mitteilung. Zugleich machte er deutlich: "In Gaza ist nichts normal." Überall seien Zerstörung und Trümmer zu sehen.

"Jeder in Gaza trägt schwere Traumata mit sich"

Der Krieg habe tiefe seelische Spuren bei den Menschen hinterlassen. Deshalb sollen psychologische Begleitung und Traumahilfe künftig einen festen Platz im Schulalltag erhalten. "Früher gehörte die psychosoziale Betreuung nicht zu unserem Programm. Jetzt wird sie ein wesentlicher Bestandteil unserer Schularbeit sein", erklärte Romanelli. Auch viele Lehrer seien durch die Kriegserlebnisse schwer traumatisiert. "Jeder in Gaza trägt schwere Traumata mit sich", so der Priester.

Die Schule soll laut Romanelli deshalb weit mehr sein als ein Ort des Unterrichts. Auch nach Schulschluss sollen dort Freizeitaktivitäten und Kurse angeboten werden. Von den Kindern höre er immer wieder: "Wir haben keinen Ort, an den wir gehen können." Seine Pfarre versuche, den Familien kleine Auszeiten vom Alltag zu ermöglichen. Nach der Sonntagsmesse gehe er mit Gemeindemitgliedern beispielsweise an den Strand von Gaza-Stadt, sagte der Priester. Obwohl auch dort überall Trümmer lägen, sollten die Familien wenigstens für kurze Zeit Erholung finden.

(Website "Kirche in Not": www.kircheinnot.at; Spendenkonto: KIRCHE IN NOT, IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600, Verwendungszweck: Heiliges Land)
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