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Kärnten: Grabesritter-Investitur mit 400 Mitglieder aus 14 Nationen

17.09.2026 12:41
Österreich/Kirche/Grabesritter/Investitur
Investiturfeier von Freitag bis Sonntag in Klagenfurt - 12 neue Ordensmitglieder werden aufgenommen - Gottesdienste mit Erzbischof Lackner und Bischof Marketz
Klagenfurt, 17.09.2026 (KAP) Der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem ("Grabesritter") veranstaltet seine jährliche Investiturfeier heuer von Freitag bis Sonntag in Klagenfurt. Rund 400 Ordensdamen und Ordensritter aus insgesamt 14 Nationen werden zu dem dreitägigen Festwochenende erwartet, wie die Ordensverantwortlichen am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Klagenfurt mitteilten. Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten steht dabei die feierliche Aufnahme von zwölf neuen Kandidatinnen und Kandidaten in die österreichische Statthalterei des päpstlichen Laienordens. Diese eigentliche Investitur findet am Samstag, 19. September, im Rahmen eines Pontifikalamtes im Klagenfurter Dom statt. Aufgrund der überregionalen und internationalen Bedeutung wird der Gottesdienst live auf Bibel TV übertragen.

Werner Johler, Statthalter der Grabesritter in Österreich, zeigte sich beim Pressetermin erfreut über die Aufnahme der neuen Mitglieder und die internationalen Gäste. "Diese internationale Verbundenheit ist gerade in einer Zeit großer Herausforderungen ein wichtiges Zeichen der Hoffnung und des gelebten Friedens", so Johler.

Zwölf neue Ordensmitglieder

Das Festwochenende beginnt am Freitag, 18. September, mit einem Empfang des Landes Kärnten im Wappensaal des Landhauses. Dabei werden die zwölf neuen Kandidatinnen und Kandidaten offiziell vorgestellt. Am Abend zieht eine Prozession vom Europahaus zur Stadtpfarrkirche St. Egid, wo um 20.30 Uhr die Vigil, die traditionelle geistliche Nachtwache vor der Investitur, gefeiert wird. Der Vigil steht Großprior Erzbischof Franz Lackner vor, die Predigt hält Domdekan Peter Allmaier.

Am Samstag, dem 19. September, beginnt um 9.30 Uhr der große zeremonielle Einzug der Ordensdamen und Ordensritter in den Klagenfurter Dom. Das feierliche Pontifikalamt mit der Aufnahme der zwölf neuen Mitglieder beginnt um 10 Uhr. Hauptzelebrant ist Erzbischof Franz Lackner.

Um 17 Uhr wird das Festkapitel im Konzerthaus Klagenfurt eröffnet. Im Rahmen der Veranstaltung erfolgt auch der offizielle Empfang durch den Bürgermeister der Landeshauptstadt Klagenfurt. Für die musikalische Gestaltung sorgt der Kärntner Pianist und Gewinner der "Goldenen Note", Elias Keller, gemeinsam mit Kärntner Studenten am Schlagwerk.

Den Abschluss bildet am Sonntag, dem 20. September, um 10 Uhr eine gemeinsame Sonntagsmesse mit der Pfarrgemeinde in der Domkirche Maria Saal. Hauptzelebrant ist Diözesanbischof Josef Marketz.

"Hinter diesem Festwochenende stehen monatelange Vorbereitungen und die engagierte Mitarbeit vieler Menschen. Unser Ziel ist es, unseren Gästen nicht nur einen würdigen Rahmen für die Investitur zu bieten, sondern ihnen auch Kärnten als gastfreundliches Land im Herzen Europas näherzubringen", erklärte Christian Struger, Leiter der Komturei Klagenfurt, beim Pressegespräch.

Wie Domdekan Peter Allmaier, Prior der Komturei Klagenfurt, unterstrich, sei die Aufnahme in den Ritterorden nicht bloß eine feierliche Auszeichnung. "Sie ist vielmehr die bewusste Übernahme einer dauerhaften geistlichen und sozialen Verantwortung. Unser Glaube muss dort sichtbar werden, wo Menschen Unterstützung, Bildung und Hoffnung benötigen", so Allmaier.

"Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem"

Der "Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem" ("Grabesritter") entstand aus einem mittelalterlichen Brauchtum, bei dem adelige Pilger am Heiligen Grab zu Jerusalem zum Ritter geschlagen wurden. Der heutige Orden, eine eigenständige juristische Person des Kirchenrechts, ist eine vorwiegend von Laien getragene humanitäre Organisation zur Unterstützung der im Heiligen Land lebenden und von den politischen Auseinandersetzungen betroffenen Christen. Dies geschieht über das Lateinische Patriarchat von Jerusalem.

Das Lateinische Patriarchat ist für Israel, Palästina, Jordanien und Zypern zuständig. Das Patriarchat unterhält 33 Kindergärten und 44 Schulen, in denen 20.000 Schüler von ca. 1.600 Lehrern unterrichtet werden. Die Grabesritter finanzieren 95 Prozent der entsprechenden Aufwendungen des Patriarchats. Der Orden hat weltweit 30.000 Mitglieder und wird vom Kardinal-Großmeister in Rom geleitet. Auf Ernennung durch Papst Franziskus hin übt Kardinal Fernando Filoni seit 2019 dieses Amt aus. Insgesamt hat der weltweit tätige Orden 2025 rund 24 Millionen Dollar aufbringen können, um das Lateinische Patriarchat zu unterstützen.

In Österreich engagieren sich rund 550 Mitglieder in zwölf Komtureien, darunter ca. 90 Frauen. Oberster Leiter ist der Statthalter - seit 1. Juni 2025 ist dies Werner Johler. Großprior ist ebenfalls seit 1. Juni 2025 Erzbischof Franz Lackner. Er ist für die spirituelle Leitung und Unterstützung der weltlichen Organe zuständig.

Unter den geistlichen Mitgliedern in Österreich finden sich Kardinal Christoph Schönborn, der St. Pöltner Diözesanbischof Alois Schwarz, Militärbischof Werner Freistetter, Altbischof Paul Iby aus Eisenstadt sowie zahlreiche Äbte. Die weltlichen Mitglieder, die die große Mehrheit der Ordensangehörigen ausmachen, sind Menschen aus verschiedenen Berufen und Altersgruppen, die ein christliches Leben führen und denen das Heilige Land und die dort lebenden Christen ein persönliches Anliegen sind.

Etwas mehr als 769.000 Euro hat der Orden der Grabesritter in Österreich im vergangenen Jahr für Hilfsprojekte im Heiligen Land aufgebracht. Die Grabesritter kaufen über die humanitäre Hilfe hinaus auch jedes Jahr Olivenholzarbeiten und landwirtschaftliche Produkte wie Datteln oder Olivenöl ein, die dann in Österreich verkauft werden. Der Einkauf vor Ort schafft für die Produzenten ein gesichertes Einkommen, mit dem Erlös in Österreich werden wieder Hilfsprojekte finanziert.

Um die zahlreichen Hilfsprojekte im Nahen Osten umsetzen zu können, ist der Orden auf Spenden angewiesen. Um den Spendern eine Absetzbarkeit zu ermöglichen, wurde vom Ritterorden der Verein "Österreichische Vereinigung für das Hl. Land" gegründet. (Infos: www.oessh.at)
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