Entsendeorganisation für Freiwilligendienste im Ausland wird künftig von Jugend Eine Welt allein getragen - Orden kooperiert künftig mit Deutschland im "salesianischen Volontariat"
Wien, 17.09.2026 (KAP) Die Salesianer Don Boscos in Österreich ziehen sich mit Jahresende aus der Trägerschaft des Vereins "VOLONTARIAT bewegt" zurück. Der Verein soll ab 2027 von Jugend Eine Welt allein weitergeführt werden. Beide Organisationen arbeiten seit rund 30 Jahren bei internationalen Freiwilligeneinsätzen zusammen. Rund 800 junge Menschen wurden in dieser Zeit bei Auslandseinsätzen begleitet, zunächst als Arbeitsbereich von Jugend Eine Welt, seit 2013 dann im Rahmen des gemeinsam getragenen Vereins.
Die Salesianer begründen den Schritt mit einer Neuausrichtung ihres internationalen Volontariats. "Uns ist eine enge Verbindung der Freiwilligeneinsätze mit der Jugendpastoral des Ordens wichtig", erklärte Provinzial P. Peter Rinderer. Der Salesianer war selbst 2006 über Jugend Eine Welt bei einem Straßenkinderprojekt in Tijuana in Mexiko im Einsatz und begleitete das Volontariatsprogramm später mehrere Jahre.
Wichtige Impulse für die Entscheidung sind laut Rinderer vom Generalkapitel der Salesianer im Jahr 2025 ausgegangen. Künftig will der Orden in Österreich die Zusammenarbeit beim sogenannten "salesianischen Volontariat" im deutschsprachigen Raum vertiefen. Ziel sei eine künftig stärkere Anbindung mit der Jugendpastoral des Ordens und seiner Einrichtungen. Bereits jetzt seien Freiwilligeneinsätze in Europa über "Don Bosco Volunteers" möglich.
Verein künftig wieder mit nur einem Träger
Derzeit sind 24 junge Menschen mit "VOLONTARIAT bewegt" weltweit im Einsatz. Weitere Freiwillige werden für kommende Infotage und Vorbereitungskurse gesucht. Eine Fortsetzung des Vereins ist laut Jugend Eine Welt in veränderter Form geplant. Das Hilfswerk wird das Freiwilligenprogramm "wie schon früher in Alleinträgerschaft" weiterführen, erklärte Geschäftsführer Reinhard Heiserer gegenüber Kathpress. Die Einsätze würden auch weiterhin mit Don-Bosco-Partnern vor Ort durchgeführt, daneben unter anderem mit Caritas-Projekten in Osteuropa. Bei der Vorbereitung und Begleitung wolle man nach wie vor auch Priester oder Don-Bosco-Schwestern einbinden, etwa bei Sendungsfeiern und der Vorbereitung. Bestehen bleibt zudem auch das Fachkräfte-Entsendeprogramm "Senior Experts".
Finanziell steht das Programm allerdings unter Druck. Anfang 2026 stellte die Austrian Development Agency (ADA) ihre Förderung nach rund 20 Jahren überraschend ein. Aus finanziellen Gründen soll künftig nur noch ein Vorbereitungskurs pro Jahr statt bisher zwei stattfinden, und die Zahl der jährlichen Entsendungen soll voraussichtlich von rund 35 auf etwa 18 sinken. Zusätzlich seien interne Anpassungen und eine Reduzierung des hauptamtlichen Personals notwendig. Jugend Eine Welt bemüht sich nach eigenen Angaben gemeinsam mit dem Fundraising-Team, das Programm möglichst umfassend fortzuführen. Das Sozialministerium unterstütze die Arbeit weiterhin, daneben gebe es weitere Förderungen.
Trotz der unterschiedlichen künftigen Trägerschaften sollen die langjährigen Verbindungen bestehen bleiben. Beide Seiten betonen als gemeinsame Grundlage "den Geist Don Boscos, die Begleitung junger Menschen, weltweite Solidarität, Bildung und Begegnung auf Augenhöhe". (Infos: www.volontariat.at, www.jugendeinewelt.at bzw. www.donbosco.at)