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St. Pölten: Kirchlicher NÖ-Umweltpreis verliehen

18.09.2026 09:22
Österreich/Kirche/Umweltschutz/Ökumene/Umweltpreis
Sieben Hauptpreise und weitere Anerkennungspreise an katholischen und evangelische Pfarren in Niederösterreich verdeutlichen kirchliches Umweltengagement - Erstmals vergebener Jugendpreis ging an Niederösterreichische Kindersommerspiele (NÖKISS)
St. Pölten, 18.09.2026 (KAP) In St. Pölten wurden am Donnerstagabend die heurigen diözesanen Umweltpreise verliehen. Ausgezeichnet wurden katholische und evangelische Pfarren aus ganz Niederösterreich. Der Preis wird gemeinsam von der Diözese St. Pölten, der Erzdiözese Wien und der evangelischen Diözese Niederösterreich vergeben und vom Land NÖ unterstützt. Ausgezeichnet wurden aus der Diözese St. Pölten der Pfarrverband im Horner Becken sowie die Pfarren Viehdorf und Stadt Haag; aus der Erzdiözese Wien die Pfarren Neunkirchen und Kritzendorf. Dazu kam die evangelische Pfarrgemeinde Mödling. Erstmals wurde auch ein eigener Jugendpreis vergeben. Dieser ging an die Niederösterreichischen Kindersommerspiele (NÖKISS). Die Preise sind mit jeweils 1.000 Euro dotiert.

Der St. Pöltner Weihbischof Anton Leichtfried sprach eingangs über das große Vermächtnis des hl. Franziskus, dessen Todestag sich am 4. Oktober zum 800. Mal jährt. Für die evangelische Kirche berichtete Senior Markus Lintner über die Bemühungen, die kirchlichen Einrichtungen bis 2025 klimaneutral zu machen. Alles andere als ein leichter Weg, wie Lintner bekannte, zugleich sei dieser aber auch alternativlos.

Der Wiener Bischofsvikar Richard Kager erinnerte an die wegweisende Enzyklika "Laudato si" von Papst Franziskus aus dem Jahr 2015. Es sei beeindruckend, was in den vergangenen Jahren auch in den heimischen Pfarren an Umwelt- und Klimaschutzaktionen umgesetzt wurde, so Kager weiter, der den Umweltpreis zugleich als großen Motivationsschub für die Pfarren bezeichnete.

NÖ-Landesrat Stefan Pernkopf sagte im Blick auf den Klimaschutz, es brauche Pioniere und konkrete Taten. Jede und jeder könne zum Umweltschutz seinen Beitrag leisten, so der Politiker.

Zu Wort kamen auch Markus Gerhartinger, der Umweltbeauftragte der Erzdiözese Wien, und sein Pendant in der Diözese St. Pölten, Axel Isenbart. Sie sprachen über die inhaltliche Ausrichtung des Preises, der unter dem Motto "Ab in die Verlängerung" stand. Für die evangelische Kirche brachte Gerhard Los die Basis der kirchlichen Umweltarbeit so auf den Punkt: "Nicht jeder Umweltschützer muss Christ sein, aber jeder Christ muss Umweltschützer sein."

Die ausgezeichneten Projekte

Der Pfarrverband im Horner Becken wurde für seinen "Pilgermarathon der Hoffnung" ausgezeichnet. In den Abendstunden des 14. August 2025 machten sich über 220 "Pilger der Hoffnung" auf eine 42 Kilometer lange Wallfahrt von der Stiftskirche Zwettl bis zur Spitalkirche Röhrenbach, begleitet von Sternenhimmel, Mondlicht und den stillen Schönheiten des Waldviertels.

Die St. Pöltner Pfarre Viehdorf wurde für den Umstieg auf erneuerbare Energie und die Aktion "Quer durch den Garten" ausgezeichnet: Jeden zweiten Samstag in den Sommermonaten gibt es Verschenk- und Tauschtage von Obst und Gemüse.

Die Pfarre Stadt Haag ging bei der Generalsanierung des Pfarrhofs mit einer innovativen Bauschuttverwertung neue Wege. 4.000 Kubikmeter Bauschutt wurde fachgerecht geschreddert und für die Sanierung von bestehenden Forstwegen und zur Unterfüllung auf der Baustelle und bei der Gartengestaltung genutzt.

Die NÖ KinderSommerSpiele (NÖKISS), die jedes Jahr im Stift Herzogenburg stattfinden, wurden für ihr Umweltschutzkonzept ausgezeichnet. Gäste werden angehalten, öffentlich anzureisen; Speisen und Getränke werden regional eingekauft, schmackhafte vegetarische Gerichte machen es leicht, auf Fleisch zu verzichten. Für Mehrwegbecher sind 20 Rückgabestationen auf dem Gelände verteilt.

Die evangelische Pfarrgemeinde Mödling wurde für die Installation einer Photovoltaikanlage samt Ladestation ausgezeichnet. Pfarrer und Pfarrerin sind bereits elektrisch unterwegs.

In der Pfarre Neunkirchen wurde 2025 ein "Sonnengesangsweg" eröffnet, der in Anlehnung an den Sonnengesang des hl. Franziskus die Bevölkerung für das Thema "Schöpfung - Umwelt" sensibilisieren soll. Entlang des Weges durch die Stadt wurden an 10 Stationen Tafeln angebracht, die in Zusammenarbeit mit den Schülern der Berufsschule Neunkirchen hergestellt wurden.

Die Pfarre Kritzendorf wurde für ihren Insekten-freundlichen Friedhof mit Blumeninseln, samenbasierten Bauerngarten, krautigen Dauerpflanzen und einem "wilden Eck" prämiert.

Neben den Hauptpreisen wurden auch Anerkennungspreise vergeben. Diese gingen an die katholischen Pfarren Schrems, Steinakirchen, Maria Lourdes, Edlach, Raxgebiet, Hinterbrühl und Payerbach sowie an die evangelischen Pfarren Krems und Bruck/Leitha & Hainburg/Donau. (Infos: www.schoepfung.at/umweltpreis)
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