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Weltfriedenstag: Klangprojekt im Petersdom erinnert an Kriegsopfer

19.09.2026 14:02
Vatikan/Kultur/Kunst/Krieg/Leute/Film/Kirche
Deutscher Filmkünstler Philip Gröning macht mit "Sound of loss" nachvollziehbar, dass alle 2,6 Minuten ein Mensch im Krieg stirbt
Vatikanstadt, 19.09.2026 (KAP) Zum Internationalen Friedenstag am Montag erinnert der Filmemacher Philip Gröning mit einem weltweiten Soundprojekt an Opfer von Kriegen. Die Klang-Installation "Sounds of Loss" ("Klänge des Verlusts") ist auch im Atrium des Petersdoms zu erleben, wie die vatikanische Kulturbehörde am Freitag ankündigte. Gröning (67), vielfach ausgezeichneter Regisseur und Dokumentarfilmer ("Die große Stille"), zeigte sich dankbar für die Unterstützung der vatikanischen Behörden für Kultur und Kommunikation sowie der Dombauhütte. Das auf fünf Jahre angelegte Projekt war im Winter gestartet.

Bei der im Eingangsbereich des Petersdoms präsentierten Installation werden 1.096 unregelmäßige Klickgeräusche im öffentlichen Raum und über Medienplattformen übertragen, um zu veranschaulichen, wie viele Menschen im Durchschnitt im Laufe eines Tages in Kriegen sterben. "Es schien, als hätten wir stillschweigend hingenommen, dass täglich mehr als 500 Menschen in weltweiten Kriegen ihr Leben verlieren", so der Düsseldorfer Künstler. "Und ich hatte das Gefühl, es sei an der Zeit, uns wieder bewusst zu machen, dass Kriege alle 2,6 Minuten Menschenleben fordern."

Kulturpräfekt José Tolentino de Mendonça nannte Gröning einen "wahren Meister der Stille", sein Projekt "einen Aufruf zur Verantwortung: Wir sollen den Schrei derer hören, die Opfer von Gewalt und Aggression geworden sind, und uns niemals mit Gleichgültigkeit oder Ablenkung abfinden", so der Kardinal.

Das Projekt erstreckt sich am Kalendertag des 21. September 49 Stunden lang und damit über alle Zeitzonen hinweg. Basierend auf Statistiken, die für das Jahr 2026 täglich mindestens 500 Kriegstote (im Schnitt 22,92 Todesopfer pro Stunde) prognostizieren, ertönt durchschnittlich alle 2,62 Minuten ein Klick. Der unregelmäßige Rhythmus und die stark variierende Lautstärke soll die Dynamik und Unberechenbarkeit des Krieges spiegeln.

Die anglikanische Kathedrale St. John the Divine in New York City ist offizieller Präsentationsort von "Sounds of Loss" am Internationalen Friedenstag der UN. Sie dient traditionell als Veranstaltungsort der Rede des neu gewählten Präsidenten der UN-Generalversammlung. Die Audio-Aktion soll den Hintergrund für die Ansprache des neuen Präsidenten am 20. September bilden.

Die Initiative wird zudem weltweit in zahlreichen Kirchen unterstützt. In Rom wird das Portal "Vatican News" während der Veranstaltung die Installation "Sounds of Loss" aus dem Petersdom übertragen.
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