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Blutwunder in Neapel erneut eingetreten

19.09.2026 13:39
Italien/Religion/Christentum/Brauchtum/Papst/Kirche
Blut von Neapels Stadtpatron Januarius verflüssigte sich pünktlich - und ausnahmsweise sogar bereits zum dritten Mal in diesem Jahr
Neapel, 19.09.2026 (KAP) Das "Blutwunder" des Heiligen Januarius (272-305) im Dom von Neapel ist pünktlich eingetreten. Damit stellte sich das Phänomen nach dem Papstbesuch im Mai ausnahmsweise bereits zum dritten Mal in diesem Jahr ein. Am Samstag, dem Gedenktag des Stadtpatrons San Gennaro, verflüssigte sich um 10.04 Uhr dessen Blut in der Ampulle, die in der Schatzkammer des Doms aufbewahrt wird, wie italienische Medien berichten. Darauf brachen die Tausenden in der Kathedrale der süditalienischen Metropole in Beifall und Jubel aus.

Das pünktliche Eintreten des "Blutwunders" an drei Terminen im Jahr gilt als gutes Omen für Neapel. Normalerweise erfolgt es am Samstag vor dem ersten Mai-Sonntag, dem Fest der Übertragung der Reliquien nach Neapel, am 19. September sowie am 16. Dezember zur Erinnerung an die Bewahrung Neapels vor einem Vesuvausbruch im Jahr 1631.

Darüber hinaus hatte sich beim Besuch von Leo XIV. am 8. Mai ausnahmsweise das Blut von San Gennaro verflüssigt, als der Papst die Glasampulle in seinen Händen hielt. Auch bei früheren Papstbesuchen wurde das Blutwunder registriert, so etwa 1848 bei Pius IX. sowie teilweise 2015 bei Papst Franziskus . Bei Johannes Paul II. 1979 und Benedikt XVI. 2007 blieb das Wunder aus.

Januarius wurde während der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian bei Pozzuoli nahe Neapel enthauptet. Das "Blutwunder" wird unter anderem mit sogenannter Thixotropie erklärt: der Eigenschaft bestimmter Stoffe, sich durch Bewegung zu verflüssigen.

Neapels Kardinal Mimmo Battaglia kritisierte in der Messe am Samstag den Einfluss der organisierten Kriminalität mit scharfen Worten. Die Camorra führe Krieg ohne Kriegserklärung oder Uniformen. "Aber es ist Krieg, denn jedes Mal, wenn ein Junge von der Straße rekrutiert wird, haben wir eine Schlacht verloren, jedes Mal, wenn ein Kind aufwächst und glaubt, schnelles Geld sei der einzige Weg, haben wir eine Schlacht verloren, jedes Mal, wenn jemand das Schweigen eines Viertels kauft, haben wir eine Schlacht verloren", unterstrich der Kardinal.

Er sprach von Kindern, "denen zu früh beigebracht wurde, dass eine Waffe mehr Respekt einflößen kann als ein Buch", von verängstigten Ladenbesitzern und von Männern und Frauen, die zwischen Mut und Überleben wählen müssen. Die Camorra habe nichts Religiöses an sich. "Es genügt nicht, sich vor einer Statue zu verneigen. Man kann hundert Kerzen für San Gennaro anzünden, aber wenn man das Leben seines Bruders auslöscht, werden diese Kerzen kein Licht spenden", betonte Battaglia.
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