Seitenbereiche:
  • zum Inhalt [Alt+0]
  • zum Hauptmenü [Alt+1]

Hauptmenü schließen
  • Nachrichten
  • Dossier
  • Media
    • Fotos
    • Audios
    • Videos
  • Produkte
  • Redaktion
  • Impressum
  • Kontakt
  • Datenschutz & Cookies
Login
Noch kein Kunde?
Hier finden Sie unsere Produkte

Passwort vergessen?
Hauptmenü anzeigen
Produkte
Produkte
Suche
Login
Inhalt:
Papst Leo XIV. hält Rede im Elysee-Palast in Paris
Papstreise
Bild Copyright: © Vatican Media/Romano Siciliani/KNA

Papst fordert Frankreich zu Lebensschutz und Abrüstung auf

25.09.2026 13:58
Vatikan/Frankreich/Papst/Kirche/Diplomatie/Lebensschutz /Abrüstung/Frieden
Leo XIV. erinnert bei Rede im Élysée-Palast in Paris an die "tiefen" christlichen Wurzeln Frankreichs, wirbt für ein richtiges Verständnis von Laizität und ruft einmal mehr zum Einsatz für Frieden auf
Paris, 25.09.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat Frankreich zu einem stärkeren Schutz des Lebens aufgerufen und nukleare Abrüstung von der einzigen Atommacht der EU gefordert. In der ersten Ansprache im Rahmen seinens viertägigen Frankreich-Besuchs erinnerte er am Freitag in Paris Verantwortungsträger aus Politik und Gesellschaft an die "tiefen" christlichen Wurzeln des Landes. Dabei warb er für eine "rechte Laizität", die Religion weder aus dem öffentlichen Raum noch aus dem Bildungswesen ausschließe. Vielmehr gehe es um einen Dialog zwischen Staat und religiösen Institutionen, die ihre Kräfte für das Wahre, Gute und Schöne bündelten.

"Mit Besorgnis stelle ich bisweilen fest, wie Gesellschaften derzeit in die falsche Richtung abdriften und Gefahr laufen, Wissenschaft und Technik in gewinnorientierte Unternehmungen zu verwandeln, die genetische Manipulationen, Leihmutterschaft, den Handel mit Organen oder das Angebot eines geplanten Todes fördern", sagte Leo XIV. im Élysée-Palast, dem Sitz von Staatspräsident Emmanuel Macron. Erst im Juli hatte Frankreich aktive Sterbehilfe und begleiteten Suizid für schwerkranke Menschen erlaubt.

Schutz des Rechts auf Leben

"Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sind nicht bloß Worte, die auf den Giebeln Ihrer öffentlichen Gebäude zu lesen sind, sondern verweisen auf allgemeine ethische Ansprüche", nahm der Papst auf den nationalen Wahlspruch Frankreichs Bezug. Leo XIV. erinnerte zudem an die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die 1948 in Paris angenommen wurde und zum Ziel gehabt habe, "ein allgemeines Bewusstsein für die unveräußerliche Würde des Menschen zu schaffen".

Gerade dank des Reichtums seines sozialen Gefüges zeichne sich Frankreich seit Jahrhunderten durch seine Aufmerksamkeit für Vielfalt und einen starken Wunsch nach Solidarität aus, so der Papst und erinnerte an die vielen Katholiken, die sich im Laufe der Jahrhunderte für Bedürftige eingesetzt haben. Ihre Zeugnisse seien eine eindringliche Erinnerung an den einzigartigen und unersetzlichen Wert jedes einzelnen Menschen.

Zugleich dienten sie als Einladung zu lernen, das Leben bedingungslos anzunehmen, jede seiner Phasen mit Achtung und gegenseitigem Vertrauen zu begleiten und sich für diejenigen einzusetzen, die keine Stimme haben. "Deshalb betone ich nachdrücklich, dass der Schutz des Rechts auf Leben die unverzichtbare Grundlage für alle anderen Menschenrechte bildet."

Appell für nukleare Abrüstung

Das gelte auch für die Menschen, die unter Kriegen und Konflikten leiden - insbesondere im Nahen Osten. Einmal mehr prangerte Leo XIV. die "Geißel des Krieges" an und rief stattdessen mit Worten aus seiner Sozialenzyklika Magnifica humanitas zum Aufbau einer "Zivilisation der Liebe" auf.

An die Politiker Frankreichs, der einzigen Atommacht innerhalb der Europäischen Union, appellierte er für Abrüstung und ein Verbot von nuklearen Waffen. "Angesichts des Kriegsgetöns und der vielfältigen Krisen, die unsere Welt erschüttern, hat Frankreich die Berufung, ein unermüdlicher Verfechter des Friedens und des Multilateralismus zu bleiben, insbesondere innerhalb unseres teuren Europas", sagte der Papst.

Mit Blick auf den Fortschritt Künstlicher Intelligenz warnte Leo XIV. vor einem Verlust des "Menschsein" und auferlegter Einheitlichkeit. Eine wirklich freie Gesellschaft schütze die Vielfalt der Gewissen, beuge autoritären Auswüchsen vor und fördere einen ethischen Dialog.

"Dieser Dialog ist im heutigen Frankreich umso dringlicher, als Menschen unterschiedlicher kultureller und religiöser Herkunft gefordert sind, zusammenzuleben und ihren jeweiligen Beitrag zum Aufbau der Gesellschaft zu leisten", sagte der Papst.

Macron: Besuch des Papstes eine "große Ehre"

Macron, der unmittelbar vor den offiziellen Ansprachen mit Papst Leo zu einer privaten Unterredung zusammengetroffen war, sprach in seiner Rede eingangs von einer "großen Ehre und Freude", den Papst in Frankreich willkommen zu heißen. Frankreich sei ein säkularer Staat, erkenne aber seine christliche Geschichte an und sehe mit der Kirche große gemeinsame Aufgaben bei Frieden, Menschenwürde, sozialer Verantwortung, Umweltschutz und der ethischen Gestaltung von KI und technologischem Fortschritt, so der Staatspräsident, der auch Papst Leos Formel eines "entwaffneten und entwaffnenden" Friedens aufgriff.

Die französische Laizität sei "keineswegs eine Leugnung der Religion", sagte Macron weiters. Die französische Republik sehe es als ihre Pflicht an, "jedem Einzelnen zu ermöglichen, nach eigenem Gewissen zu glauben oder nicht zu glauben, sowohl im Privaten als auch in der Öffentlichkeit, unter der Voraussetzung, dass die Gesetze geachtet werden". Ausdrücklich beklagte Macron Gewalt gegen Religionen als "unerträgliche Demonstration von Intoleranz". Frankreich arbeite entschlossen daran, Kultstätten und Menschen zu schützen, zur Toleranz zu erziehen und den interreligiösen Dialog zu fördern.

(Themenpaket mit allen Kathpress-Meldungen zur Papstreise nach Frankreich abrufbar unter www.kathpress.at/Papst-Leo-in-Frankreich)
zurück

  • Impressum
  • Kontakt
  • Datenschutz & Cookies
Katholische Presseagentur Kathpress
1010 Wien, Singerstraße 7/6/2
Tel: +43 / 1 / 512 52 83


© 1947-2026 KATHPRESS - Katholische Presseagentur Österreich
nach oben springen