Vatikan stärkt Dialog mit Buddhismus in der Mongolei
29.10.202611:44
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Kardinal Marengo: Begegnung von Papst Leos XIV. und buddhistischem Abt "Zeichen der Freundschaft" - Religionen als Partner für Frieden
Vatikanstadt, 29.10.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat den Dialog zwischen der katholischen Kirche und dem Buddhismus in der Mongolei bekräftigt. Bei einer Audienz empfing er den obersten Abt des buddhistischen Klosters Gandantegtschinlen in Ulan Bator, Geshe Lhaaramba D. Javzandorj, gemeinsam mit Kardinal Giorgio Marengo, dem Apostolischen Präfekten der mongolischen Hauptstadt. Die Begegnung sei ein Zeichen "großer Wertschätzung und Freundschaft" gewesen, erklärte Marengo gegenüber Vatican News (Dienstag).
Ziel sei es gewesen, die Beziehungen zwischen der katholischen Kirche, die in der Mongolei eine kleine Minderheit bildet, und der buddhistischen Mehrheit zu stärken. Religiöse Traditionen könnten durch Dialog und Zusammenarbeit einen Beitrag zu Frieden und Gemeinwohl leisten, betonte Marengo. Sie seien keine Gegenspieler, sondern Partner bei der Gestaltung einer Zukunft, die auf gegenseitigem Respekt beruhe.
Javzandorj hob die Bedeutung des kulturellen Austauschs hervor. In einem vom römischen Nachrichtendienst Fides zitierten Interview mit dem mongolischen Portal "Zindaa.mn" beschrieb er, wie eng sich der Buddhismus in seinem Land mit der Lebensweise und Kultur der Bevölkerung verbunden habe. Die mongolische Tradition zeichne sich unter anderem durch eigene Formen der Klosterausbildung, Tempelarchitektur und religiösen Gesänge aus. Zudem gehörte die Mongolei zu den wenigen Ländern, die sowohl die buddhistischen Lehrreden des Kangyur als auch die Kommentare der indischen Meister im Tengyur vollständig in ihre eigene Sprache übersetzt hätten.
Marengo verwies auf die Bedeutung des interreligiösen Dialogs angesichts gesellschaftlicher Veränderungen und der zunehmenden Digitalisierung. Dieser könne helfen, Isolation, Einsamkeit und Orientierungslosigkeit, insbesondere unter jungen Menschen, entgegenzuwirken. Als Sinnbild nannte er ein mongolisches Sprichwort: "Die Wolken ziehen vorbei, der Himmel bleibt." Es verweise auf die bleibende Bedeutung der spirituellen Dimension des Lebens.
Im Anschluss an die Audienz, die bereits am Montag stattgefunden hatte, reisten Marengo und Javzandorj nach Assisi, wo sie am interreligiösen Friedenstreffen der Gemeinschaft Sant'Egidio teilnahmen. Die Veranstaltung erinnerte an das von Papst Johannes Paul II. 1986 initiierte Weltgebetstreffen für den Frieden, dessen 40. Jahrestag am Dienstag begangen wurde.