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Papst wirbt für Wiederentdeckung der Soziallehre

04.11.2026 12:34
Vatikan/Papst/Kirche/Gesellschaft/Soziallehre/Krieg
Leo XIV. bei Generalaudienz im Vatikan: "Krieg ist eine Niederlage gegenüber den Mächten des Bösen"
Vatikanstadt, 04.11.2026 (KAP) Papst Leo XIV. will, dass die katholische Soziallehre in der Kirche neu entdeckt und gefördert wird. Bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz sagte er am Mittwoch, die Ausbildung in der Soziallehre solle auf unterschiedlichen Ebenen der Kirche und in den Gemeinden wiederbelebt werden.

Er erinnerte an die Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils aus dem Jahr 1965, wonach Politik und Kirche auf ihrem jeweiligen Gebiet voneinander unabhängig und autonom seien. Dennoch dienten beide den Menschen. Diesen Dienst könnten sie zum Wohl aller wirksamer leisten, wenn sie zusammenwirkten und sich ergänzten.

Papst sieht Krieg als Kapitulation

Der Papst äußerte sich in diesem Kontext erneut zu Krieg und Frieden. Er sagte: "Krieg ist ein Versagen der Politik und der Menschheit, eine beschämende Kapitulation, eine Niederlage gegenüber den Mächten des Bösen". Nur eine Politik, "die sich um die Wunden der Völker und um all jene kümmert, die Ungerechtigkeit erleiden", könne Hoffnung für die Zukunft der Menschheit geben.

Schon das Konzil habe gewarnt, dass die Ungleichgewichte, die mit einer ungerechten und die Schöpfung missachtenden wirtschaftlichen Entwicklung verbunden sind, den Weltfrieden gefährden. Diese Warnung habe sich leider Ende des 20. Jahrhunderts und in der Gegenwart bestätigt.

Der Papst bekräftigte in seiner Ansprache die kirchliche Lehre von der "universellen Bestimmung der Güter der Erde". Aus ihr ergebe sich, dass eine gute Politik stets auf das Gemeinwohl ausgerichtet sein müsse.
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